Gerettete Erinnerungen

Weser-Kurier vom 21.11.2016
Detektive in Sachen Schiffsmeldungen. (Foto: Walter Gerbracht)
Detektive in Sachen Schiffsmeldungen. (Foto: Walter Gerbracht)

Gerd Monsees hat die Geschichte der Reederei Bruno Bischoff niedergeschrieben

Wenn die Männer vom Hafenarchiv ihren Jahresausflug machen, dann geht es selbstverständlich in den Hafen. Denn dort gibt es selbst für alte Hafen-Hasen immer noch etwas Neues zu entdecken. Und antreffen kann man sie anschließend in einem echten Hafen-Original: In der Anbiethalle, die vor einigen Monaten in der ehemaligen Bahnmeisterei einen neuen Standort gefunden hat. Mit dem ambitionierten Projekt „Schiffsmeldungen“ geht es fleißig voran, berichteten die Gäste aus dem Hafen-Archiv. Und einer der Ihren hatte gerade ein wahres Mammutwerk vollendet. Gerd Monsees hat jetzt seine Chronik der Reederei Bruno Bischoff vorgelegt. Weiter →

Die Entstehung eines Digitalen Schiff-Archivs

echt Walle Nr.6 | Sommer 2016
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Wilfried Brandes am Kopf des Europahafens.

Sisyphusarbeit für Schiffsliebhaber

Es klingt ganz schön verrückt, wenn eine Gruppe von Schiffsliebhabern sich zum Ziel gesetzt hat, die Daten von sämtlichen Schiffen, die zwischen 1945 und 1990 in den Bremer Freihäfen angelegt haben, zu digitalisieren. Schließlich verzeichnete der Bremer Schiffsmeldedienst in den 1960er-Jahren bis zu 12.000 Schiffsmeldungen pro Jahr.

Diese Sisyphusarbeit leisten sieben Ehrenamtliche, namentlich Bodo Wenz, Harald Vietz, Günter Reimann, Gerd Monsees, Hans Jacob, Gunnar Dörwald und Wilfried Brandes-Ebert. Letztgenannter ist der Leiter des Projekts. Weiter →

Immer in Bewegung

Weser-Kurier vom 20.05.2016
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Bevor die Container nach Bremen kamen, mussten Arbeiter wie Günter Reimann die Ladung per Hand löschen (Foto: Frank Thomas Koch)

Günter Reimann hat schon alles Mögliche durch den Überseehafen geschleppt: Kaffee aus Brasilien, Cellulose aus Skandinavien, Baumwolle aus den USA. Tagelang, manchmal eine Woche dauerte es, bis ein Stückgutfrachter entladen war. So lief es damals in den 1950er-Jahren. Bis die Ladung gelöscht war, pendelten Reimann und seine Kollegen mit ihren Sackkarren zwischen Lagerhaus und Hafenkante.

Reimann, 77 Jahre alt, ist im sächsischen Großenhain aufgewachsen. „Schon als Kind wollte ich zur See fahren“, sagt er. Das war in der ehemaligen DDR nicht ohne Weiteres möglich. Statt die Weltmeere zu erobern, lernte Reimann Schiffbauer auf einer Werft in Warnemünde, schweißte Nähte und bearbeitete Zentimeter dicke Bleche mit einem Hammer. Da war er gerade 15 Jahre alt. An diese Zeit erinnert heute nur noch das Anker-Tattoo auf seinem Unterarm. „Als mein Vater das gesehen hat, gab es natürlich Ärger“, sagt Reimann. „Aber als Seemann ist man tätowiert – das ist einfach so.“ Weiter →

Von Schiffen und Sammlern

Radio Bremen / buten un binnen Magazin vom 27.01.2016
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Autor(in): Dag Befeld, Länge: 2:38 Minuten, Datum: Mittwoch, 27. Januar 2016, Sendereihe: buten un binnen Magazin | RB TV
Heute erinnert in der Bremer Überseestadt kaum mehr etwas an die große Hafengeschichte. Eine kleine Gruppe hat es sich zum Ziel gemacht, am Bildschirm diese Geschichte wieder lebendig werden zu lassen. Mit einem digitalen Schiffsarchiv.

Schiffe gucken mit einem Fingertippen

Weser-Kurier vom 07.12.2015
Sisyphusarbeit leisten Bodo Wenz aus Woltmershausen (v.l.), Harald Fietz aus Grambke, Gerd Monsees aus Schwachhausen, Günter Reihmann aus Findorff, Hans Jacob aus Weyhe, Gunnar Dörwald aus Findorff und Wilfried Brandes-Ebert aus Hastedt fürs Projekt Schiffsmeldungen. (Foto: Roland Scheitz)
Sisyphusarbeit leisten Bodo Wenz aus Woltmershausen (v.l.), Harald Fietz aus Grambke, Gerd Monsees aus Schwachhausen, Günter Reimann aus Findorff, Hans Jacob aus Weyhe, Gunnar Dörwald aus Findorff und Wilfried Brandes aus Hastedt fürs Projekt Schiffsmeldungen. (Foto: Roland Scheitz)

Im Speicher XI widmet sich seit zwei Jahren eine Handvoll älterer Herren leidenschaftlich, unverzagt und bester Laune einer wahren Sisyphusarbeit: Sie haben sich vorgenommen, jedes einzelne Schiff, das zwischen 1945 und 1990 in Bremen ankam, übersichtlich und im Detail zu registrieren. Ihr Projekt „Schiffsmeldungen“ ist eine fast verrückt mühselige Detektivarbeit. Etwas Vergleichbares hat vorher noch niemand versucht. Und so etwas gibt es auch nur in Bremen.

Wie verrückt die Aufgabe ist, zeigt schon eine einzige Zahl: Jährlich rund 12 000 Schiffe fuhren die stadtbremischen Häfen in den betriebsamen 1950er- und 1960er-Jahren an. Wie sie hießen, woher sie kamen, was sie brachten und wohin ihre Reise weiterging – das sind Fragen, die die Mannschaft vom Hafenarchiv mit ihrem Projekt „Schiffsmeldungen“ beantworten möchte. Was sie dabei aufspürt, wird digitalisiert und soll in zwei bis drei Jahren für Museumsbesucher zugänglich sein. Weiter →

Im Speicher XI entsteht ein Bremer Hafenarchiv

Weser-Kurier vom 26.09.2014
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Die Männer, die das Hafenarchiv aufbauen, von links: Bodo Wenz, Heiko Fangmeyer, Wilfried Brandes-Ebert, Gunnar Dörwald und Günter Reimann. (Volker Kölling coast communication)

„Viel ist leider in die Tonne der Geschichte getreten worden. Auch beim Schiffsmeldedienst oder der BLG sind viele Aufzeichnungen irgendwann weggeschmissen worden“, klagt Brandes-Ebert. So gebe es gerade in der Nachkriegszeit große Lücken in den Aufzeichnungen. Dabei sitzt die Archivgruppe durchaus an der Quelle. Kapitän Peter Langbein ist als Inhaber des Bremer Schiffsmeldedienstes ein Mitinitiator des Archivprojektes. Die meisten in der Gruppe sind selbst zur See gefahren oder haben wie Bodo Wenz als Schiffsversicherer in hafennahen Jobs gearbeitet oder haben einen maritimen Familienhintergrund. Wenz: „Mein Schwiegervater war Schiffsausrüster. Der ist morgens um acht Uhr das erste Mal ins Hafenhaus gekommen und hat sich die Schiffslisten abgeholt und mittags wieder. Ohne die ging es nicht.“ Zwischendurch fuhr der Ausrüster dann zu den Schiffen, um sie mit Lebensmitteln und Maschinenteilen zu versorgen. Weiter →

Spende für das Hafenarchiv Brodelpott

DVZ vom 23.10.2014

Drei zum Teil mehr als 100 Jahre alte Lloyd´s-Register hat die Firma Peter W. Lampke aus Bremen an das Hafenarchiv im Hafenmuseum Speicher XI gespendet. Anlass für die Übergabe der historischen Schriften war das 50-jährige Firmenjubiläum. Diese Bücher könnten im Rahmen künftiger Recherchen für Projekte über ihren historischen Wert noch an Bedeutung gewinnen. Denn derzeit sei ein Projekt mit dem Namen „Bremer Schiffsmeldungen“ in Arbeit, welches sich mit Frachtschiffen in den stadtbremischen Häfen von 1945 bis 1990 befasst. Das Hafenarchiv des Geschichtskontors archiviert historische Fotos sowie Unterlagen zur Hafengeschichte und den ansässigen Unternehmen.