Die Entstehung eines Digitalen Schiff-Archivs

echt Walle Nr.6 | Sommer 2016
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Wilfried Brandes am Kopf des Europahafens.

Sisyphusarbeit für Schiffsliebhaber

Es klingt ganz schön verrückt, wenn eine Gruppe von Schiffsliebhabern sich zum Ziel gesetzt hat, die Daten von sämtlichen Schiffen, die zwischen 1945 und 1990 in den Bremer Freihäfen angelegt haben, zu digitalisieren. Schließlich verzeichnete der Bremer Schiffsmeldedienst in den 1960er-Jahren bis zu 12.000 Schiffsmeldungen pro Jahr.

Diese Sisyphusarbeit leisten sieben Ehrenamtliche, namentlich Bodo Wenz, Harald Vietz, Günter Reimann, Gerd Monsees, Hans Jacob, Gunnar Dörwald und Wilfried Brandes-Ebert. Letztgenannter ist der Leiter des Projekts. Brandes-Ebert betreut auch das Hafenarchiv im Hafenmuseum am Speicher XI, das eine Außenstelle des Geschichtskontors im Kulturhaus Walle ist. »Die Foto-Sammlung des Hafenarchivs wurde mit den Jahren immer größer. Da haben wir uns gefragt, was man daraus machen könnte. In dem Zusammenhang kam uns dann die Idee, ein Nachschlagewerk für Schiffe zu erschaffen«, erklärt der Projektleiter. In einigen Jahren soll das digital erstellte Archiv im Hafenmuseum über eine »Medienbox« öffentlich zugänglich sein. Interessierte können dann nachverfolgen, welches Schiff an welchem Tag mit welcher Ware in Bremen einlief und die Stadt wieder verließ. Diese Schiffs- und Hafenumschlagsdaten von Frachtschiffen werden dann im Zusammenhang mit umfangreichen Text- und Fotosammlungen zu sehen sein.

(Text: Nina Seegers)